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Die Planung des Bauwerks erfolgt bei der Grune Bauprojekt nicht in Form einer Detailplanung, sondern als einfachere Genehmigungsplanung. Entgegen der Empfehlungen mancher Ratgeber werden die Zeichnungen hier nicht in unterschiedlichen Detailgraden und Skalierungen angefertigt. Auch werden Ausführungsdetails nicht in allen Facetten besprochen. So stolperten wir – oft erst im Nachhinein – über manche Details, wie Fertighöhen von bspw. Fenstern oder Fußböden, welche nicht oder nur unzureichend aus den Planungszeichnungen hervorgehen oder besprochen wurden. Ziel ist eine Kosten- und Zeitersparnis, die allen Seiten zugute kommen soll. Vermutlich ist dies auch der Grund für den fehlenden Meterriss, was wir aufgrund der doch weitreichenden Konsequenzen und bei uns entstandenen Probleme beim Fußbodenaufbau jedoch nicht nachvollziehen können.

Als wichtig erachten wir es daher, selbständig aktiv zu werden und sich ein wenig in allen Themen aufzuschlauen. Dies half uns nicht nur bei diversen Entscheidungen im Vorfeld, wie beispielsweise zum Wandaufbau (Stein, Dämmung, Schallschutz). Auch während der Bauphase haben wir gemerkt, dass man zum einen ein beruhigendes Grundverständnis davon bekommt, ob die Gewerke einen ordentlichen Job machen. Zum anderen konnten wir dadurch zumindest etwas auf Augenhöhe mit den Gewerken reden und ggf. auch Dinge reklamieren. Als Lesestoff können wir grundsätzlich die Ratgeber der Stiftung Warentest empfehlen, davon besonders „Unser Bauherrenhandbuch“, das man als Mitglied der Stadtbibliothek Magdeburger auch online als e-Book erhält.

"Unser Bauherrenhandbuch"

„Unser Bauherrenhandbuch“

Literatur

Literatur

Aber auch im Internet gibt es gute Adressen, wie das (berüchtigte) Bauexpertenforum, wo masochistisch Veranlagte von den dort aktiven Architekten und Schlaumeiern einmal ihren Grundriss zerreißen lassen können. Von uns gibt’s dennoch die Empfehlung, da wir zum einen tatsächlich motiviert wurden, unseren Grundriss noch einmal weitestgehend neu zu überdenken – und vor allem zu verkleinern. Zum anderen geben die Beiträge auch fremder Threads wertvolle Impulse für die eigene Planung (zum Beispiel den Treppenaufgang nicht neben der Haustür zu positionieren). Selbst als reiner Leser des Forums kann man dort einiges lernen.

Für unsere Küchenplanung nutzten wir den kostenlosen, und etwas anspruchsvollen weil störrischen ALNO Küchenplaner sowie ebenfalls den wertvollen Input der Community vom Küchenforum. Absolut empfehlenswert, denn die User dort nehmen sich die Zeit, anhand der eigenen Vorstellungen eine komplette Küche zu planen. Und das wohl meist sinnvoller und kostengünstiger, als von den Verkäufern der Küchenstudios. Dort werden einem schließlich keine überteuerten Apothekerschränke oder ebenso teure, wie platzfressende  Eckkarrussels oder Le Mans Schränke aufgeschwatzt.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen auch die diversen Baublogs, die wir mitunter nächtelang aufgesogen haben…

Trotz der Vorzüge des Internets möchten wir zur Sicherheit darauf hinweisen, dass der Wahrheitsgehalt mancher Beiträge bekanntermaßen nicht garantiert ist. Und auch die schlauen Ratgeber von Stiftung Warentest und Co. sind nicht das Allheilmittel. Soll heißen, die dort beschriebenen Richtlinien und Ausführungsempfehlungen entsprechen dem Optimum und sind in der Praxis manchmal nur schwierig bis gar nicht umsetzbar, und aufgrund der Aktualität teilweise auch unbekannt. Die Realität auf der Baustelle sieht also oft anders aus und man braucht es zumeist gar nicht erst versuchen, die Handwerker tiefergehend überzeugen zu wollen.

Unter dem Strich sollte es auch das alleinige Ziel sein, dass alle Gewerke auf einem ordentlichen Niveau arbeiten, was wir und unsere Baubegleiter bei den von Heinze & Partner bzw. der Grune Bauprojekt beauftragten Subunternehmen grundsätzlich bestätigen können.
Daher könnte man nun der Versuchung erliegen, sein Haus einfach „unkontrolliert“ bauen zu lassen. Die Bauherrin Hausbesitzerin wäre so eine Kandidatin. Allerdings kommt es, etwas Zeit vorausgesetzt, dem Haus und nicht zuletzt auch dem eigenen Spaß zu Gute, bei den Gewerken zumindest ein wenig mitzudenken und mitzuplanen. Trotz unserer positiven Erfahrungen sollte man sich zum Beispiel lieber nicht immer darauf verlassen, dass alle Gewerke auch an die nachfolgenden Gewerke denken bzw. das große Ganze im Blick haben. (Denn nur unsere aufwendige Koordinierung der Gewerke Estrich, Heizung, Fliesenleger führte im Ergebnis dazu, dass wir trotz der großen Fliesen eine einheitliche Fugenoptik und keine hässlichen Bewegungsfugen querfeldein haben). Aber auch die Koordinierung von Leistungen und Zuarbeiten, die nicht Bestandteil der BLB oder des Vertrags sind, sollte man auf der Agenda haben und lieber einmal öfter nachhaken, wenn hierzu keine Infos kommen. Sonst ist der Termin für die Heizungsinstallation da und man steht ohne Trinkwasseranschluss da – Stichwort Medien der SWM.

Grundsätzlich gibt es einen Bauablaufplan, den Bauleiter G. erstellt. Auch wenn er den nur ungern herausgibt, weil er sich nicht darauf festnageln lassen will, sollte man eine Kopie einfordern. Aus unserer Sicht gehört das zum guten Ton eines verlässlichen Bauunternehmens. Auch wenn es ein paar witterungsbedingte Verschiebungen gab, können wir Bauleiter G. attestieren, dass er die zeitliche Koordinierung trotz vieler paralleler Bauprojekte bei uns immer gut im Griff hatte. Dass da einzelne Gewerke auch mal stöhnen ob des harschen und fordernden Tons, gehört wohl zum Geschäft, wie wir auch über andere hiesige Bauunternehmer erfuhren.

Wie schon geschrieben, würden wir auch jederzeit wieder einen Baubegleiter mit ins Boot holen. Idealerweise checkt der zu Beginn auch die Verträge vor Vertragsunterzeichnung und gibt noch sinnvolle Ergänzungstipps. Wir sind das Marco Friedrich Angebot mit all seinen Anhängen ausgiebig mit Herrn J. vom VPB durchgegangen. Dadurch bekamen wir ein für uns ausreichendes Gefühl dafür, worauf es bei Vertrag, BLB und sonstigen Vereinbarungen ankommt und haben unser Angebot von Heinze & Partner nicht mehr extern prüfen lassen. Unseren Grundstückskaufvertrag haben wir einem dafür spezialisierten Anwalt in Magdeburg übergeben. Die im Ergebnis mehrere Seiten guten Hinweise und Vorschläge für Vertragsanpassungen erschienen für uns zwar sinnvoll. Als Kaufinteressent eines Grundstücks in guter Lage sollte man sich jedoch nicht all zu viel Hoffnung machen, was den Gestaltungsspielraum des Kaufvertrags zu Ungunsten des Verkäufers angeht. Aber auch schon solche Details, wie die ganz konkrete Nennung der am Grundstück anliegenden Medien und deren Anschlussfähigkeit empfanden wir bei einem unbebauten Neubaugebiet schon sinnvoll – im Vergleich zu dem schwammigen Satz „ortsüblich erschlossen“. Die ausgehändigten Verlegepläne für das gesamte Wohngebiet halfen uns später ebenfalls bei der Planung mit den BUs und den TK-Unternehmen.

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